Tipps für Webmeetings & Webinare

In den letzten Wochen haben viele von uns soviele Webmeetings besucht oder Webinare angeschaut, wie wohl ganze Jahre zuvor noch nicht. Für die meisten war es ein Sprung ins kalte Wasser und meine Erfahrungen, die ich gemacht habe, waren unterschiedlichst. Sehr gut gehaltene Webinare und Webmeetings, und dann eben auch die nicht so gelungenen. 

 

Ich habe mich nun ein Monat intensiv damit auseinander gesetzt, was nun die wichtigsten Eckpunkte sind, die ein Webmeeting oder Webinar gelingen lassen. 

 

Stichwort Hintergrund

Beginnen wir mal damit, wo ich sowohl als teilnehmende Person aber vor allem als Host meinen Laptop bzw. Handy aufstelle und was somit am Bildschirm gesehen wird. Der Hintergrund soll angenehm sein und nicht ablenken mit Unordnung oder einer freizügigen Statue (vor kurzem erlebt), die die Zuschauer rätseln lässt, was das wohl sein könnte. Damit lenke ich die Aufmerksamkeit in die falsche Richtung ... 

  • aufgeräumter und ordentlichter Hintergrund
  • Stoffbahn 
  • Flipchart oder Roll-up

Stichwort Lichtquelle

Bitte nicht mit dem Rücken zum Fenster sitzen! Damit seht ihr vielleicht wunderbar, aber für jene die euch sehen, seid ihr eine schwarze Kopfkontur, sehr ermüdend anzuschauen! Probiert vor dem Meeting mit dem Handy und Selfie-Modus aus, an welcher Stelle im Raum euer Gesicht am besten und klarsten zu sehen ist. 

 

Stichwort Ton

Beim Mikrophon nicht sparen, auf keinen Fall das Laptop-Mikrophon oder Webcam-Mikrophon als Host verwenden. Online verzeihen wir ein schlechtes Bild viel eher als einen schlechten Ton, da schalten viele gleich wieder weg, wenn der Ton nicht passt. Vor allem bei Tischmikrophonen ist darauf zu achten, dass ihr euch nicht ständig vor oder zurückbewegt und so einmal lauter und dann wieder leiser gehört werdet. Vorher also unbedingt eure Tonqualität prüfen! 

 

Stichwort Ankommen

Ich habe Webinare oder Webmeetings, wo man schon mindestens eine Viertelstunde vorher in den Meetingraum kann und vom Host begrüßt wird, als viel angenehmer empfunden. Ich als Host kann so nach und nach die Personen begrüßen, kurzer Smalltalk, wie es geht, etwaige technische Fragen können gleich geklärt werden, ich kann auch schon eine Stimmungsumfrage zB starten. Die Teilnehmerliste im Chat kann auch gleich begonnen werden. 

 

Stichwort Einstieg

Online ist die Ausstiegsrate viel höher als bei Präsenztrainings oder Meetings. Man traut sich viel schneller zu 'flüchten', und steigt tatsächlich gleich wieder aus oder beschäftigt sich mit Social-Media-Kanälen oder mit sonst irgendetwas Anderem am Computer. Einfach Videobild ausschalten und man kann herrlichst wegtauchen. 

Deshalb ist es für den Host umso wichtiger gleich zu Beginn einen 'Hook' zu setzen, das heißt zu vermitteln, warum es sich für die teilnehmenden Personen lohnt bis zum Ende dabei zu sein und aktiv mitzumachen. Das schaffe ich indem ich Ziel, Ablauf, Dauer und das Takeaway für alle, die bis zum Ende bleiben, gleich am Anfang klar kommuniziere. 

 

Stichwort Folien und Unterlagen 

ACHTUNG! Lesezwang! Wenn wir etwas lesen können, dann lesen wir. Ein Webmeeting oder Webinar soll nicht zu betreutem Folienlesen verkommen ... 

Online gilt folgendes Motto: Weniger ist NOCH mehr.

  • Stichworte 
  • aussagekräftige Bilder 

Mehr nicht, und wenn ganze Sätze, dann nur einen Satz pro Folie, beobachtet es einmal selbst, gleichzeitig zuhören, ohne die sprechende Person meistens zu sehen, und eine vollgeschriebene Folie ohne zu lesen, anzuschauen, schafft fast niemand. Und somit habe ich mir als Host ein Eigentor geschossen. 

 

Stichwort Interaktion

Gerade online ist es wichtig zur aktiven Teilnahme anzuregen. Selbst wenn man nur über den Chat interagieren kann, ist vieles möglich. Ich kann zwischendurch eine kurze Fragerunde starten, die mit JA oder NEIN im Chat zu beantworten ist und das Ergebnis kommentieren. Oder Fragen stellen, die zur Reflexion anregen. Ich kann bei einer Videokonferenz, wo alle am Bildschirm zu sehen sind, auch mit Handzeichen Umfragen starten. 

Wichtig ist, alle fünf Minuten in irgendeiner Form mit meinen Zuhörern interagieren und sie einbeziehen. 

 

Stichwort Dauer

Wie mir viele schon berichtet haben und ich selbst auch täglich merke, Online-Kommunikation ist anstrengender als ein face-to-face Gespräch. Unser Hirn ergänzt ständig fehlende akkustische aber vor allem visuelle Signale, rechnet die fehlende Körpergestik dazu, wenn jemand schwer zu sehen ist, die Gesichtsmimik etc. Das heißt unser Hirn läuft auf Hochtouren und ermüdet dementsprechend schneller. 

Deshalb Webmeetings und Webinare kürzer halten als die Präsenzversion. Meinen Recherchen nach wird Folgendes empfohlen:

  • Webinare 45-75 Minuten
  • Webmeetings 60 Minuten

Es haben mir auch schon viele berichtet, dass Webmeetings viel effizienter ablaufen und in einer Stunde vieles erledigt wird, wo man sonst die doppelte Zeit damit verbringt ... Online sei Dank ;-) 

 

Wer Unterstützung braucht beim didaktischen Transfer des eigenen Präsenztrainings auf ein Webinar oder bei der individuellen Gestaltung von Webmeetings, ich stehe sehr gerne zur Verfügung. 

 

Anbei auch noch ein paar Links, die ich sehr empfehlen kann: 

 

6 Dinge, die Sie in einem Webinar nicht machen sollten 

14 Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Webinar

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