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Next one, please! Englische Sprechstunde

 

 

Englisch im Stundentakt

 

Das ist dir nicht zuviel? Jede Stunde ein anderer Schüler und das sechs Stunden lang? Nein, sage ich darauf, warum nicht? Hab' nach vier Stunden eh eine halbe Stunde Pause dazwischen ... 

 

Vor einem Monat bei einer Gartenfeier in Graz habe ich mit einer Kollegin gesprochen und war wieder erstaunt, dass es viele gibt, die Einzelunterricht im Stundentakt für die Trainerin als zu anstrengend empfinden.

Natürlich, eine Stunde lang gehe ich ganz konkret auf eine Person ein und bin voll und ganz für sie allein da, leite Gespräche an, lass mir die neue Papiermaschine anhand eines Flussdiagrams erklären oder höre mir die Erlebnisse in der Abteilung oder im Urlaub an und notiere dabei neue Vokabel mit, die wir dann in der nächsten Stunde wiederholen können. Und nach einer Stunde wieder ein ganz anderes Thema, Verkauf, Telekonferenzen auf Englisch und Feedbackphrasen.

 

Im Gruppentraining dagegen kann ich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in die Gruppenarbeit schicken und dabei mal meine Gedanken sammeln, neue Übungen vorbereiten oder ganz kurz mal die privaten Nachrichten checken (ich gestehe!!), das geht im Stundentakt-Unterricht natürlich nicht. 

 

Ablauf - coffee first 

 

Vielleicht mal eine kurze Erklärung zur Organisation, wie meine englische Sprechstunde abläuft: Ich komme als Trainerin an einem bestimmten Tag der Woche in die Firma, ins vereinbarte Besprechungszimmer, mache mir einen Kaffee (first things first ...), klebe das Schild 'Sprachtraining Englisch' auf die Tür, damit weiß jeder gleich, today, Barbara, our English trainer is here, , stell das Tablet* oder den Laptop* auf und richte die students files her. Dann hole ich die aktuelle Teilnahmeliste bei der zuständigen Person in der Firma, die die Buchungen der Englischstunden übernommen hat. Wir besprechen den Tag kurz durch, ob es Änderungen gibt, zum Beispiel, wenn wer ausfällt, wen wir als Ersatz zur Englischstunde einladen könnten. 

  

Unkompliziert und effizient 

 

Was mich in meiner langjährigen Tätigkeit als Trainerin in der Privatwirtschaft am Einzelunterricht im Stundentakt bis jetzt am meisten überzeugt hat, ist die Flexibilität, die diese Form bietet. Die Sprachniveaus und vor allem die Fachbereiche, in denen wir heute arbeiten, sind so unterschiedlich, dass vermeintlich billigere Gruppenkurse niemals die gleiche Effizienz und Nachhaltigkeit erreichen, schon gar nicht wenn die Gruppen - wie mir gerade eine Trainingskollegin vorgejammert hat -  krautrüben zusammengewürfelt werden.

 

Lieber weniger Stunden pro Teilnehmer, dafür punktgenau und individuell, als gießkannenmäßig,  mit höherem Zeitaufwand, aber dafür geringerem Lernerfolg. Und wenn Firmen gleich vier bis sechs Stunden buchen, und das an einem fixen Tag, ist es leichter eine gute Trainerin oder einen guten Trainer zu bekommen, da sich die Anfahrt so immer lohnt. 

 

Endlich flexibel arbeiten

 

Und da ich gerade die 'Steirische Wirtschaft' - die Zeitung der Wirtschaftskammer Steiermark - vor mir liegen habe mit der Schlagzeile: ENDLICH FLEXIBEL ARBEITEN, richte ich einen Appell an alle, die in Betrieben für Fortbildungen zuständig sind: Schluss mit 0815-Gruppenkursen, lasst Sprachexperten flexibel mit euren Mitarbeitern arbeiten, sie werden dankbar sein!  

 

*Tablet oder Laptop: Ich unterrichte nie ohne die Möglichkeit Fachvokabeln schnell und gleich vor Ort recherchieren zu können. Außerdem hat sich das Tablet oder der Laptop in den Konversationsstunden als extrem hilfreich erwiesen, um einen Fachbereich gleich direkt anhand einer Grafik oder Fotos gemeinsam auf Englisch erarbeiten und besprechen zu können. So habe ich schon die Funktionsweise einer centrifugal pump oder eines internal combustion engines oder einer bottle filling line erklärt bekommen, oh, I really do love my job, you can dive into so many interesting topics!!